Wer an ein Flachdach denkt, denkt schnell an eine Dachabdichtung. Dabei
sind Metalleindeckungen eine interessante Alternative. Als
flachgeneigtes Dach mit Attika ausgeführt, bieten fachgerecht
hinterlüftete Metalleindeckungen einen bauphysikalisch funktionierenden
Dachaufbau.
Das für den Wasserablauf erforderliche Gefälle wird über die
Unterkonstruktion hergestellt. Wird verzinnter, nichtrostender Stahl
als Eindeckmaterial verwendet, können handelsübliche vlieskaschierte
Bitumenbahnen als Vordeckung eingesetzt werden; zusätzliche Struktur-
oder Wirrgelegematten sind nicht erforderlich, da nichtrostender Stahl
beständig gegenüber der sogenannten Heiß-/Tauwasserkorrosion ist. Nicht
zuletzt deshalb punkten Edelstahlwerkstoffe mit einer besonders langen
Lebensdauer. Das Österreichische Institut für Baubiologie und -ökologie
(IBO) beziffert die Referenz-Nutzungsdauer von Eindeckungen aus
nichtrostendem Stahl im Mittel auf 80 Jahre.
Die flach geneigte Stehfalzdeckung wird indirekt mittels Festhaften und
Schiebehaften auf der Schalung fixiert, um die thermisch bedingte
Längenänderung aufzunehmen. Der ferritische Grundwerkstoff von
verzinntem, nichtrostendem Stahl zeigt seinen Vorteil in einem sehr
geringen Ausdehnungskoeffizienten (ΔT100K): mit nur 1,1 mm/m ist er das
Bedachungsmetall mit der geringsten Temperaturausdehnung. Die
Stehfalzgeometrie ermöglicht zudem eine durchdringungsfreie Montage von
Dachaufbauten (Photovoltaikanlagen, Wartungswege oder haustechnische
Anlagen) mittels geeigneter Klemmen. Die Regensicherheit wird beim
doppelten Falzen von verzinntem, nichtrostendem Stahl durch das
Einhalten der Mindestdachneigung von drei bis sieben Grad und dem
Einbau einer Falzdichtungsmaßnahme (Falzgel oder Dichtband)
sichergestellt. Alternativ kann die Falzdichtung über eine dünne
EPDM-Beschichtung (QCC-Beschichtung) auf der Blechunterseite erreicht
werden, die zusätzlich über schalldämmende Eigenschaften verfügt:
etwaige Regen- oder Prasselgeräusche werden reduziert. Dachneigungen
unter drei Grad erfordern eine stauwasserdichte, rollennahtverschweißte
Metalleindeckung. Die Ausführungsvarianten sind in der im Februar
dieses Jahres neu erschienenen Bauspenglernorm ÖNORM B 3521 geregelt.
Das Oberflächenwasser wird über innenliegende Rinnen und/oder
Speier/Notüberläufe durch die Attika abgeführt. Auch bei der
Dachentwässerung punktet der Werkstoff: die sogenannte Metalllässigkeit
– also die Abschwemmung potenziell schädlicher Metallionen – ist bei
rostfreiem Stahl kein Thema, er gilt als inertes Material.
Niederschlagswasser von Edelstahldächern eignet sich daher
uneingeschränkt für die Nutzung als Grauwasser oder zur Bewässerung.
Nichtrostende Stähle aus europäischer Produktion, wie z. B. UGINOX von
Aperam, werden unter Einhaltung hoher Umweltstandards hergestellt.
Elektrolichtbogenöfen erschmelzen ihn zum überwiegenden Teil aus
Recyclingmaterial. So bringt dieses Baumetall moderne Architektur,
Sicherheit, Langlebigkeit und umweltfreundliches Bauen auf einen
gemeinsamen Nenner.
Für weitere Informationen senden Sie bitte eine Kontaktanfrage an
uginox@aperam.com.
Fotos: (C) PG Studios