Der Scherversuch dient zum Bestimmen der Haftung einer Spritzschicht auf dem Grundwerkstoff (Haftfestigkeit) und/oder der Schichtfestigkeit (Kohäsionsfestigkeit) bei Scherbelastung. Ist die Adhäsion zum Grundwerkstoff größer als die Eigenfestigkeit der Schicht, wird vorrangig die Kohäsionsfestigkeit der Schicht bestimmt. Während des Tests werden die Schichten parallel zur Grenzfläche Schicht/Grundwerkstoff belastet. Die Prüfung wird angewendet, um den Einfluss des Grund- und Spritzwerkstoffes, der Vorbereitung der Werkstoffoberfläche und der Spritzbedingungen auf die Haftfestigkeit und/oder Kohäsionsfestigkeit thermisch gespritzter Schichten zu ermitteln oder zur Qualitätskontrolle und Routineüberwachung der Spritzarbeiten. Grundlage vergleichender Aussagen ist der Prüfbericht. Das Prüfverfahren für das Ermitteln des Scherbeanspruchungswiderstandes wird nicht empfohlen für Schichten, die dünner als 150 µm sind, weil das Einstellen des Scherabstandes kritisch ist.