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2019-05-25T15:59:43.2607188+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Nach der Tropenhitze ist vor der Tropenhitze


Nach der Tropenhitze ist vor der Tropenhitze

Die richtige Wahl der Baumaterialien sorgt für kühle Innenräume trotz extremer Außentemperaturen. Die Messergebnisse des Baumit Forschungsparks bestätigen nach dem Supersommer 2015: Dämmung und Speichermasse schützen vor sommerlicher Überhitzung.

Der diesjährige Sommer geht in Österreich als einer der heißesten in die Geschichte ein. So wurden österreichweit zahlreiche Hitzerekorde gebrochen, es gab noch nie so viele Tage mit zumindest 30 Grad Celsius - in Bregenz etwa24 Tage oder in Linz sogar 31 Tage. Wien verzeichnete einen neuen Rekord an Tropennächten, in denen die Tiefsttemperaturen nicht unter 20 Grad Celsius fielen. Berechnungen mit Klimamodellen lassen bis zum Jahr 2100 einen weiteren deutlichen Anstieg extrem heißer Tage erwarten. "Wir müssen uns auf zunehmend heißere Sommer einstellen und Wege und Möglichkeiten finden, in unserem Wohnraum mit diesen Temperaturanstiegen umzugehen", bringt es Jürgen Lorenz, Leiter Forschung und Entwicklung Baumit Wopfinger, auf den Punkt. Das bedeutet nicht unbedingt nur die Häuser mit Klimaanlagen o.ä. Technologien auszustatten und bewusst in den Nacht- und Morgenstunden zu lüften, sondern auch bei der Wahl der Baumaterialien Hitzeschutz- und Wärmepuffermöglichkeiten zu nutzen.

Georg Bursik, Geschäftsführer Baumit Wopfinger und Jürgen Lorenz, Leiter Forschung und Entwicklung Baumit Wopfinger: Bei 35° C Außentemperaturen haben ungedämmte Gebäude über 30° C , gedämmte, massive Gebäude hingegen 25° C Innentemperaturen.
Fotocredit: Baumit, honorarfrei

Dämmung schützt vor sommerlicher Überhitzung
Im Baumit Forschungspark, dem größten Forschungspark für Baustoffe in Europa, hat man die Temperaturentwicklung bei unterschiedlichen Baukonstruktionen in den vergangenen Wochen genau untersucht. "Unsere Messergebnisse zeigen ganz klar, dass Wärmedämmung nicht nur vor Kälte sondern auch vor sommerlicher Überhitzung schützt", so Jürgen Lorenz, "Unsere gedämmten Häuser wiesen bis zu 5°C tiefere Temperaturen auf, als unser Haus ohne Wärmedämmung. Das bedeutet für die Bewohner ein deutlich angenehmeres Wohngefühl." Konkret brachte es das ungedämmte (mit 25er Ziegeln gebaute) Gebäude auf Innenraumtemperaturen von über 30°C. Ähnliches war bei den (gedämmten) Leichtbauhäusern zu beobachten. Die mit Ziegel oder Beton gebauten und gedämmten Häuser hingegen erreichten ein Mittel von 26°C, obwohl alle südseitigen Fenster der Forschungshäuser nicht mit Rollläden beschattet wurden. Fazit: Eine Dämmschicht an der Außenwand wirkt nicht nur positiv im Winter. Sie ist wie eine Thermoskanne, die Kaltes kühl und Heißes warm hält. Die Wärmedämmung sorgt dafür, dass an heißen Tagen Innenräume länger kühl bleiben. Denn die Sonnenwärme dringt nicht so schnell über die Fassade nach innen, und die kühleren Innenraumtemperaturen gelangen nicht so rasch nach außen. Wärmedämmung ist Kälte- und Hitzeschutz zu gleich.

Wandkonstruktion als Speichermasse

Neben der Wärmedämmung hat auch die Speichermasse der Wandkonstruktion einen entscheidenden Einfluss auf die Innentemperatur. Massive, schwere Wände puffern die Sonnenwärme und geben sie erst während der kühleren Abend - und Nachtstunden wieder ab. Dieser Effekt sorgt für konstantere Innenraumtemperaturen und im Sommer für ein generell kühleres und angenehmeres Innenraumklima. Jürgen Lorenz: "Unsere Forschungsreihe beweist: Je ‚massiver‘ die Bauweise der Wandkonstruktion ist, desto geringer sind die gemessenen Innenraumtemperaturen, obwohl alle Wandbildner den exakt gleichen U-Wert aufwiesen."

Baumit Forschungspark

Der Baumit Forschungspark im niederösterreichischen Wopfing ist mit seinen zehn Forschungshäusern das größte Forschungsprojekt für vergleichende Baustoffe in Europa. Hier werden erstmals in der Praxis eingesetzte Materialkombinationen unter Berücksichtigung des Nutzerverhaltens umfassend wissenschaftlich getestet. Die Messungen, Analysen und Evaluierungen werden von externen, unabhängigen Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Baumit durchgeführt. Das Projekt startete Ende 2014 und ist derzeit für 3 Jahre angelegt, die Gesamtkosten in den ersten 2 Jahren liegen bei drei Millionen Euro.

Mehr Informationen zu den Produkten von Baumit finden Sie .