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2020-07-14T22:48:46.2560703+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Von der Kriegsruine zum Versöhnungs-Symbol


Von der Kriegsruine zum Versöhnungs-Symbol
Das historisch bedeutsame Rathaus von Sarajevo wurde unter österreichischer Beteiligung und mit Perger Know how wieder hergestellt

Ein geschichtsträchtiges Gebäude feiert heuer Wiederauferstehung aus den Trümmern eines unmenschlichen Krieges: Die Vijecnica – das alte Rathaus und die spätere Nationalbibliothek von Sarajevo wurde heuer nach mehrjährigem Wiederaufbau in einem berührenden Festakt den Einwohnern zurückgegeben. Am 28. Juni war sie Schauplatz einer europäischen Gedenkfeier „100 Jahre 1. Weltkrieg“ mit den Wiener Philharmonikern.
Mit seiner farbenprächtigen maurischen Ornamentik verbreitet das 1894 eröffnete, seit 1948 als Nationalbibliothek genutzte, und im Bosnienkrieg im Jahre 1992 fast völlig zerstörte Rathaus von Sarajevo wieder orientalische Lebensfreude und Sinnlichkeit. Beim Granatenbeschuss auf die Stadt und auf das Rathaus war das Gebäude vor 22 Jahren in Flammen aufgegangen. Übrig geblieben waren damals mit Ruß bedeckte Ruinenreste.

Wie Phönix aus der Asche
Behutsam wurden die einzelnen Gebäudeteile nach Ende des Krieges in mehreren Bauetappen fachgerecht restauriert bzw. rekonstruiert. Fast 18 Jahre dauerte der Wiederaufbau. Dass die Wiederherstellung so erfolgreich verlief, verdankt es auch der detailgenauen Innenrestaurierung mit Histolith-Denkmalschutz-Produkten von Caparol (Vertrieb Synthesa, Produktionsstandort Perg OÖ).  Denkmalschützer und Restauratoren stützen sich dabei auf die jahrzehntelange Erfahrung von Caparol.
Mit den Histolith-Produkten konnte das Innere des architektonischen Juwels zu neuem, farbauthentischen Leben erweckt werden. Die Materialien zeichnen sich im Vergleich zu rein mineralischen Silikatfarben durch die einfache Verarbeitung und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus. „Histolith Bio-Innensilikat  ist hoch diffusionsfähig. Mineralische Füllstoffe und anorganische Farbpigmente bilden zusammen mit Kaliwasserglas eine einzigartige Materialkombination, mit der eine unvergleichlich dauerhafte Werterhaltung erzielt wird“ erklärt der Synthesa-Farbexperte Ing. Christian Schaffrath. „Diese spezielle Farbe für mineralische Anstriche im Innenbereich schützenswerter Gebäude wurde gemeinsam mit Fachleuten der Denkmalpflege entwickelt“, erklärt Synthesa-Südost-Europa-Vertriebsleiter DI (FH) Robert Ziehaus.
Unter wissenschaftlicher Begleitung wurden die dominierenden Farben der Vijecnica, Dunkelblau, Hellblau, Terrakotta, Oxid-Rot, Goldgelb, Dunkelbraun, Hellbraun und Hellgrau für den Hintergrund, so originalgetreu wie möglich nachgemischt. Ausgeführt wurden die aufwändigen,  zum Teil mit Schablonen ausgeführten Malerarbeiten von der Caparol-Partnerfirma Colorpaleta mit Sitz in Sarajevo.


Traum aus 1000 und einer Nacht
Das Gebäude gilt als eines der wichtigsten und schönsten Beispiele des so genannten neumaurischen oder pseudomaurischen Stils. Architekten nahmen Anleihen am osmanischen Baustil, den es in Sarajevo seit Jahrhunderten gab, und holten sich Inspirationen in Spanien sowie im arabischen Raum.
Sarajevo gilt nicht erst seit dem Balkankrieg als Hotspot geopolitischer Umwälzungen. Hier – wenige hundert Meter von der Vijecnica entfernt – fiel vor genau 100 Jahren das österreichische Thronfolger-Paar einem Attentat zum Opfer, bekanntlich Auslöser für den 1. Weltkrieg und somit für die größte humanitäre Tragödie der Neuzeit mit Auswirkungen bis zum heutigen Tag.

Gedenkfest mit Wiener Philharmoniker
Exakt 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde dieses Gebäude am 28. Juni zum Schauplatz einer europäischen Gedenkfeier. Die Wiener Philharmoniker gaben unter den prachtvollen Kuppeln der Vijecnica ein vielfach beachtetes Konzert. Neben Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer waren auch die Präsidenten Bosnien Herzegowinas, Kroatiens, Mazedoniens und Montenegros, Bakir Izetbegović, Ivo Josipovic, Gjorge Ivanov und Filip Vujanovic gekommen, um Franz Welser-Möst das Kaiserquartett von Joseph Haydn und das Schicksalslied von Brahms dirigieren zu sehen. Tausende Menschen genossen das musikalische Highlight und das prachtvolle dramatisch beleuchtete Innere auf einer Großleinwand vor der Vijecnica.
Die Wiederaufbaukosten wurden unter anderem von Österreich und aus Mitteln der Europäischen Union bezahlt.



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