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2020-11-27T06:36:37.5170703+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Großes Theater in Linz!


Großes Theater in Linz!
Das neue Linzer Musiktheater setzte neue Maßstäbe bei Bau und Ausstattung von Opernhäusern - und bot auch die perfekte Bühne für Farbenhersteller Synthesa

Für die Linzer war es wirklich schon "ein Theater", bis sie endlich zu ihrem Opernhaus kamen. Bereits 1984 begann der Verein "Freunde des Linzer Musiktheaters" nach einem geeigneten Standort zu suchen. Das Projekt "Theater im Berg" wurde 2000 nach einer sehr emotionalisierten Volksbefragung von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt. Nach einer neuerlichen Mehrheitsbildung pro Musiktheater im Landtag konnte 2003 die Standortsuche erneut aufgenommen werden. Die Promenade war ebenso im Gespräch wie der Urfahranermarkt, der Donaupark oder der Hessenplatz. Letztendlich fiel die Entscheidung für die Blumau. Am 12. April 2013 wurde das neue "Linzer Musiktheater" mit der Uraufführung von Philip Glass' Oper "Spuren der Verirrten" (nach dem gleichnamigen Schauspiel von Peter Handke) glanzvoll eröffnet.

Den Architekturwettbewerb für das erste Projekt im Römerberg hatte der Wiener Architekt Otto Häuselmayer für sich entscheiden können. Den neuerlichen Architektenwettbewerb für den jetzigen Standort gewann der Londoner Architekt Terry Pawson. Er präsentierte ein von einem oxidierten Stahlvorhang umgebenes Gebäude, das mit einer Glasfront wie eine Bühne zum Volksgarten hin geöffnet ist. Der rostrote Stahl wurde von den ausführenden Planungsbüros Architektur-Consult und Archinauten nach Wunsch des Auftraggebers durch eine Natursteinfassade ersetzt.

Das Musiktheater gilt als modernstes Opernhaus Europas. Sein Innenleben spielt alle Stücke. Die Transport-Drehbühne mit ihrem Durchmesser von 32 Metern und die darin integrierte 15 Meter Drehbühne sowie die dreifache Hub-Podienlandschaft zum Heben und Senken ganzer Bühnenteile sind da nur einige Details. Davor der 100 Musiker fassende Orchestergraben  mit integriertem Tonstudio für Live-Aufnahmen des Bruckner-Orchesters und daran anschließend das je nach Bestuhlung 970 bis 1.130 Zusehern fassende Auditorium. Darüber schwebt der prunkvolle 24.000-LED-Leuchter in der Form eines schimmernden Ringes, der die große Welt der Oper eindrucksvoll unterstreicht.

Die Innenausstattung ist durch Gediegenheit bestimmt. Marmor, Messing, Eiche und dezent beschichtete Wandflächen bestimmen das Bild. Die perfekte Bühne für Farbenhersteller Synthesa. Denn fast alle Materialien die der mit den Malerarbeiten beauftragte Linzer Malerbetrieb Urmann hier verarbeitete, stammten von dort.
Eine ideale Innenbeschichtung für alle Gebrauchsflächen wie Büros, Gänge, Stiegenhäuser oder Arbeitsbereiche war beispielsweise die mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifizierte "Innendispersion Extra" von Synthesa. Über 50.000 qm führte Urmann damit im Musiktheater aus.
Bei den besonders hoch beanspruchten Flächen kam die Innenfarbe "PremiumColor" zum Einsatz. Diese Beschichtung ist besonders strapazierfähig und gestattet auch dunkle Farbtöne wie Schwarz, in dem hier der gesamte Bühnenbereich gestaltet wurde.
Im Airless-Verfahren beschichtet wurden die etwa 250 Türrahmen des Hauses. Das perfekte Material dafür war Capacryl Spray-TEC, eine der effizientesten Acryllackbeschichtungen, die problemlos bis in 300µm Nassschichtdicke aufgetragen werden kann. Damit lassen sich komplette Anstrichaufbauten in einem Arbeitsgang erledigen.
Weitere in großem Umfang eingesetzte Beschichtungen aus Perg waren die Seiden-Latex-Beschichtungen in den WC's, die öldichten Anstriche mit Disbon 404 Flüssigkunststoff in den Aufzug-Schachtgruben und Serverräumen oder die Rostschutzgrund- und Deckfarbe Disboroof KorroDeck für die Belüftungsschächte im Bühnen und Nebenbühnenbereich.

Für die Maler, die das "Opus" ausführten, war die Baustelle ein großes Abenteuer. Denn während der Arbeiten liefen ja bereits die verschiedensten Proben für die Eröffnung. Auf den Nebenbühnen tanzten die Balletttänzer, in den Werkstätten wurden die überdimensionalen Bestandteile der Bühnenbilder angefertigt.  In den Gängen liefen einem berühmte Künstler wie der Komponist Philip Glass oder Chefdirigent Dennis Russell Davies über den Weg. Bei den Proben auf der großen Bühne hieß es ganz still zu sein. Nicht einmal zu flüstern wagte man. Nur Urmann-Bauleiter Kurt Berger hatte den Schlüssel um die sensiblen Bereiche betreten zu können. "Terminmäßig war hier bei den vielen zeitgleich ablaufenden Arbeiten alles immer ganz kurzfristig," erzählt Berger, "oftmals hieß es, 'Ihr könnt jetzt kommen!' Da war natürlich Flexibilität gefragt." Aber - so eine Baustelle hat man wahrscheinlich nur einmal im Leben, sagte sich der Maler. Denn so viele Opernhäuser und Theater werden auch wieder nicht gebaut.

Für Baufarbenhersteller Synthesa war dies allerdings nach der Salzburger Felsenreitschule und dem Tiroler Schauspielhaus in Erl bereits die dritte "Kulturbaustelle" in jüngster Zeit. Als Vollsortimenter bei professionellen Bautenbeschichtungen und Vollwärmeschutzprodukten präsentiert sich das Unternehmen als idealer Partner bei Großaufträgen dieser Art. Die räumliche Nähe der neun über ganz Österreich verteilten Niederlassungen erlauben eine rasche Belieferung jeweils direkt auf die Baustelle, was die Flexibilität des Handwerkers beträchtlich erhöht.