An den Anfang der Seite scrollen
2020-12-02T21:37:02.9174688+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

SYNTHESA: Neue Stahl-Brandschutz-Norm ENV 13381-4


Vorsicht mit den neuen Temperaturbereichen!
SYNTHESA: Neue Stahl-Brandschutz-Norm ENV 13381-4

Am 3. Mai endet die bereits lange laufende Umstellungsphase (die sogenannte Koexistenzperiode) für unsere nationalen Normen im Bereich Brandschutz.

Daher gelten auch in Österreich für Brandschutzbeschichtungen auf Stahlbauteilen nur noch die Prüfkriterien der EU-Norm ENV 13381-4. Sie bringen eine grundlegende Änderung bei der statischen Berechnung und somit auch in der Ausführung für Brandschutzbeschichtungen mit sich. Erfahrungswerte gibt es zur Zeit nur sehr wenige, dies könnte auf der Baustelle für Verwirrungen sorgen. Sie lassen sich aber vermeiden, wenn sich die Verarbeiter genau an die Vorgaben von Statiker und Hersteller halten, sagt Alexander Riml, Brandschutz-Produktmanager bei der Synthesa Gruppe.

Was ist neu an der ENV 13381-4: Statt dem bisher gültigen kritischen Temperaturbereich für Stahlbauteile von 500°C kann der Statiker nun zwischen verschiedenen Temperaturbereichen wählen. "Bisher musste sich ein Statiker nur um die Schutzklasse des jeweiligen Gebäudes kümmern und je nach Systemzulassung dabei zwischen offenem oder geschlossenem Profil und zwischen Stützen oder Trägern unterscheiden," informiert Alexander Riml. „Jetzt kann/muss er bei seiner Berechnung für das einzelne Bauteil auch den maßgeblichen Temperaturbereich festlegen. Erst daraus folgt die erforderliche Schichtdicke für die Brandschutzbeschichtung. Wenn das nicht im Vorfeld berücksichtigt wurde, ist es für den Maler/Beschichter unmöglich, die Schichtdicke zu definieren und ein seriöses Angebot zu stellen."

Am Beispiel eines Bauteils mit U/A-Wert 150 m-1 der Schutzklasse 60 werden die Unterschiede gut ersichtlich. Während die Beschichtungsstärke nach der alten Berechnung mit 500°C ausschließlich 1562 μm ergab, wird nach ENV 13381-4 z.B.

  • bei 350°C eine Schichtstärke von 3436 μm,
  • bei 400°C eine Schichtstärke von 2555 μm,
  • bei 450°C eine Schichtstärke von 2041 μm,
  • bei 500°C wie bisher eine Schichtstärke von 1562 μm
  • bei 550°C eine Schichtstärke von 1108 μm
  • bei 600°C, 650°C, 700°C, sowie 750°C eine Schichtstärke von 670 μm erforderlich 

Der bisherige Wert könnte also unter Umständen ganz schön daneben liegen - und einen völlig unterschiedlichen Materialverbrauch (und damit natürlich auch völlig unterschiedliche Kosten) ergeben. Hier sei vor unseriösen Anbietern gewarnt, die in ihrer Kalkulation einfach den niedrigsten Wert verwenden, so Riml. Auch einige Sachverständige sehen hier ein Problem auf die Branche zukommen und fordern vom Verarbeiter eine konsequente Haltung ein. Denn die Hersteller bieten ja bereits normgerechte Produkte an und geben dazu auch die einzelnen Temperaturbereiche an. Der Verarbeiter muss sich einfach die Arbeit machen und mit dem Statiker zusammen die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.

Übergangsregelung gibt es übrigens keine. Einzig und allein Bauvorhaben, die bereits vor dem 3. Mai 2010 begonnen wurden, können noch nach den früheren Vorgaben fertig gestellt werden.

Für das CapaTherm Brandschutzsystem der Synthesa Gruppe sind alle diesbezüglichen Unterlagen bereits ab Mitte Mai erhältlich, sagt Riml. Sie können entweder als PDF auf www.synthesa.at abgerufen werden oder in jeder der neun Niederlassungen der Synthesa Gruppe bezogen werden. Die Brandschutzmarke "CapaTherm" von Synthesa umfasst Brandschutzbeschichtungen für den Stahl-, Beton-, Holz- und Kabelbrandschutz. Alle Systeme sind mit allen notwendigen Prüfungen und Zulassungen ausgestattet.