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2020-11-24T06:40:48.4432422+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

SYNTHESA: Klostermauern, die Bände sprechen


Europa-Ausstellung 2009 "Die Macht der Worte" im Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal
SYNTHESA: Klostermauern, die Bände sprechen

"Die Macht des Wortes" lautet der Titel der großen Europa-Ausstellung im über 900 Jahre alten Stiftsgebäude St. Paul im Lavanttal. Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren des Mönchstums. Denn in den Mauern unserer Klöster, sagt man, ist das heutige Europa eigentlich entstanden. Das Kloster öffnet sein aus 180.000 Werken und 4.000 Handschriften bestehendes Archiv und holt einige der wertvollsten Dokumente europäischer Geschichte hervor. Darunter die "älteste Straßenkarte der Welt", seltene Handschriften der Minnesänger, das älteste gedruckte Buch der Welt von Johannes Gutenberg, "verbotene" Werke wie Aristoteles' "Geschichte des Lachens" oder eine Berechnung der Erdumlaufbahn von 1435. Besondere Glanzstücke der Ausstellung sind ein irisches Gedicht als "ältestes Beispiel gälischer Sprache" oder die "Merseburger Zaubersprüche" Wotans zum Einrenken gebrochener Beine.

Für die Verwirklichung der nunmehrigen Europaausstellung "Macht des Wortes" zogen die Benediktinermönche alle Register. Das ehrwürdige Gemäuer wurde großzügig umgebaut und mit den modernsten technischen Standards versehen. Die Planung führte das Architekturbüro Klingbacher aus Völkermarkt durch. Mit den Malerarbeiten wurde ein Betrieb beauftragt, der mit den alten Handwerkstechniken gut vertraut ist, der Malerbetrieb "Schimpel GmbH" aus Graz. Das Unternehmen führte sämtliche Malerarbeiten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich durch und gab dem mittelalterlichen Gemäuer wieder seine alte Pracht zurück.

Das Mauerwerk des 1091 von den rheinfränkischen Spanheimern gegründeten Stifts war altersbedingt an vielen Stellen sanierungsreif. Zur Mauerwerkssanierung wurde die Firma Ing. L. Gruber Baugesellschaft m.b.H. herangezogen, die mit dem WTA-geprüften Capatect Sanierputz Rapid  einen stabilen Untergrund für die folgenden Malerarbeiten aufbaute. Im Außenbereich folgte nun ein Beschichtungsaufbau mit Meradur Fassadenkalkfarbe. Der erste Anstrich wurde im Spritzverfahren aufgebracht und mit der Bürste nachgestrichen. Mit Meradur Kalkschlämme wurden nun die rauen Stellen beseitigt und der Oberfläche genau jene einheitlich glatte Struktur verliehen, wie sie für eine Kalkfärbelung typisch und gewünscht ist. Darauf folgte das Finish durch einen weiteren Anstrich mit Meradur Fassadenfarbe. Der Farbton entspricht dem historischen Befund.

Ihr handwerkliches Geschick bewiesen die steirischen Maler auch bei der Renovierung der 160 Kastenfenster. Der Großteil der Fenster war stark abgewittert. Es waren umfangreiche Untergrundvorbereitungsarbeiten in Abstimmung mit der stiftseigenen Tischlerei nötig, um eine anstrichfähige Oberfläche zu schaffen.

Der Aufbau der Neubeschichtung erfolgte mit Capalac-BaseTop von Synthesa in Weiß. Capalac Base Top als ventilierendes Eintopf-Fensterlacksystem bietet neben der thixotropen Einstellung und den hervorragenden Verarbeitungseigenschaften den Vorteil, dass Grund-, Zwischen- und Schlussbeschichtung aus einem Gebinde kommen.

Bei den Wandflächen im Innenbereich des Stifts kam hauptsächlich Meradur Innenkalkfarbe von Synthesa zur Anwendung, eine moderne, auf die Ansprüche von Innenräumen abgestimmte Kalkbeschichtung.

Bei der Sanierung der Kellergewölbe ging man einen völlig anderen Weg. Hier machte man die Not zur Tugend und legte das alte Ziegelwerk als spektakulären Blickfang gleich völlig frei. Das trockengelegte Mauerwerk wurde sandgestrahlt und mit Primasil Grundkonzentrat fixiert. Das 1:1 mit Wasser verdünnte Konzentrat ist ein ideales Medium zur Konservierung dieser Ziegel-Optik. Es verhindert die Wasseraufnahme, bindet die Oberfläche und feuert sie nicht unnötig an. Die dreimalige Beschichtung erfolgte im Spritzverfahren. Diese äußerst effektvollen Kellerräume sind vollklimatisiert und beherbergen die wertvollsten Bücher der Sammlung.

Der "Macht des Wortes" wird übrigens im nahegelegenen Bleiburg die Ausstellung "Die Machte des Bildes", gegenübergestellt, eine Schau über die Darstellung der Transzendenz und des Göttlichen in der Gegenwartskunst- mit von Albin Egger-Lienz, Alfred Kubin, Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Herbert Boeckl, Max Weiler, Arnulf Rainer oder Hermann Nitsch und Hubert Schmalix.