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2020-11-25T22:44:30.1668750+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

KNAUF: Hippe Revitalisierung


Gelungene Sanierung in Ottakring
KNAUF: Hippe Revitalisierung

Ein in der Spätgründerzeit gebautes mehrgeschossiges desolates Wohnhaus in Wien Ottakring wurde in einer zweijährigen Bauzeit einer umfassenden Sanierung unterzogen und konnte so vor dem Verfall gerettet werden. Nun lebt man hier wirklich wieder hipp. Der trockene Innenausbau spielte bei dieser Revitalisierung eine tragende Rolle.

Nachdem im Oktober 2005 Sofortmaßnahmen durchgeführt worden waren, um die Decken und Gesimse des Gebäudes zu sichern, setzen engagierte Rettungsbemühungen für das Haus ein. Der wohnfonds_wien beriet, unterstützt vom Bezirk, die Hauseigentümerin über die Fördermöglichkeiten für eine Sanierung des Hauses. Ende November konnte bereits die erste Mieterversammlung einberufen werden. Im Rahmen der Versammlung wurde der schlechte Bauzustand des Wohnhauses dargelegt und eine mögliche Sanierung besprochen.

Förderung der Stadt Wien
Der Bestand des Wohnhauses (es wurde in der Spätgründerzeit erbaut, circa um 1880) in der Hippgasse 32 umfasste 22 Wohnungen und zwei Lokale. 12 Wohnungen wurden im Zuge der Sanierung zusammengelegt, durch einen Dachgeschossausbau (rund 442 m2) wurden sechs zusätzliche Wohnungen geschaffen. Die Gesamtnutzfläche beträgt nach der Revitalisierung des Gebäudes rund 1.433 m². 23 Wohnungen (in der Größe zwischen 35 und 109 m2) und ein Lokal, in dem der islamische Bildungs-, Kultur- und Sportverein Bosnien untergebracht wurde, haben nun dort Platz gefunden. Im Jahr 2006 fiel dann der Beschluss für eine Sockelsanierung des Hauses, wobei sich die neue Hauseigentümerin und die neue Hausverwaltung, Dr. Peter Dirnbacher, sehr kooperativ zeigten. Die Stadt förderte die Sockelsanierung, deren Gesamtsanierungskosten sich auf rund 1,8 Mio. Euro belaufen, mit rund 1,3 Mio. Euro.

Thermische Sanierung
Im Rahmen seiner umfangreichen Revitalisierung erhielt das Haus unter anderem eine Wärmedämmung und Wärmeschutzfenster. Neben der Unterfangung des Fundaments und der Erneuerung der Steig- und Verteilungsleitungen für Gas, Strom und Wasser wurden ein Personenaufzug, ein Kinderwagen- und Fahrradabstellraum und ein Müllraum eingebaut. Eine Torsprechanlage, das Herstellen einer Leerverrohrung für Kabel-TV und der Anschluss an das Wiener Fernwärmenetz sorgen zusätzlich für zeitgemäßeres und komfortableres Wohnen in der Hippgasse 32. Auch der Trockenbau kam nicht zu kurz. So verbaute das verantwortliche Unternehmen R&M Tüchler aus Wien vorwiegend: Wohnungstrennwände, F60-Dachschrägenverkleidungen, Vorsatzschalen im Dachgeschossbereich mit zweifacher Beplankung von GKF, Trägerverkleidungen im Erdgeschossbereich und abgehängte Decken mit integrierter Beleuchtung. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde auch eine geförderte Pelletsheizung eingebaut. Auf diese Weise können zusätzlich Energiekosten für die BewohnerInnen eingespart werden. Denn alleine schon durch die Sockelsanierung mit thermisch-energetischen Maßnahmen konnte der Heizwärmebedarf des Gebäudes von 123,31 kWh/m2a auf 46,66 kWh/m2a heruntergeschraubt werden. Der Dachgeschossausbau wurde nach dem – im geförderten Wiener Wohnbau verpflichtenden - Standard eines Niedrigenergiehauses errichtet und beträgt 35,63 kWh/m2a. "Das Gebäude in der Hippgasse ist ein weiteres Vorzeigebeispiel für die hohe Qualität geförderter Sanierungen in Wien. Dabei investieren wir nicht nur viel Geld, sondern auch intensive Beratungstätigkeiten in Sanierungsprojekte. Im Fall des Wohnhauses in der Hippgasse ist es nicht nur gelungen, das Gebäude zu retten, sondern es auch mustergültig zu sanieren“, erklärte Stadtrat Michael Ludwig, Wiener Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung bei der Übergabe.