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2020-06-04T01:23:00.9647031+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Dämmen von Heizungs- und Trinkwasserleitungen mit Mineralwolle


Dämmen von Heizungs- und Trinkwasserleitungen mit Mineralwolle

Das Dämmen von Rohrleitungen ist eine schnelle, einfache und effiziente Maßnahme zur Energieeinsparung und für mehr Wohnkomfort.

Eine gut gedämmte Leitung erkennen Sie auf den ersten Blick! Das Rohr muss von der Dämmung fest und nahtlos umschlossen, eine vorhandene Ummantelung intakt sein. Ist die Dämmung dagegen von Rissen oder Dellen durchzogen, sollte die Rohrdämmung repariert oder sogar völlig ausgetauscht werden. In manchen Fällen ist eine komplette Erneuerung der Rohrdämmung sogar einfacher und zeitsparender.

Ein weiteres verbreitetes Problem: In Heizungs- bzw. Technikräumen im Keller geht oft schon viel Energie verloren, bevor die Wärme und das Wasser überhaupt beim Nutzer ankommen. Die ÖNORM H 5155 macht klare Vorgaben zur Dämmqualität von Heizungs- und Warmwasserleitungen, die unbedingt einzuhalten sind.

Dämmen von Heizungs- und Trinkwasserleitungen mit Mineralwolle

Optimal: Rohrschalen aus Mineralwolle
Handwerker verwenden oft und gerne Mineralwolle (Steinwolle und Glaswolle) für die Dämmung von Rohrleitungen. Für den Einsatz von Glas- und Steinwolle sprechen sowohl das geringe Gewicht und die leichte Verarbeitung als auch die sehr guten Dämmeigenschaften.

Es gibt bereits ein breites Sortiment an Lamellenmatten und Rohrschalen aus Mineralwolle, die den Energieverlust zuverlässig stoppen. Diese werden einfach über die Rohre geklappt. Sie wiegen wenig, lassen sich leicht zuschneiden und schmiegen sich gut an Leitungen, Biegungen und Schnittkanten an. Einseitig eingeschnittene Mineralwolle-Rohrschalen gibt es mit verschiedenen Innendurchmessern und Dämmdicken. Wenn kein zusätzlicher mechanischer Schutz erforderlich ist, sind die Rohrschalen zum Schutz der Oberfläche mit einer Aluminium-Folie kaschiert. Im Niedrigtemperaturbereich kann die Aluminium-Folie auch als Dampfsperre dienen.

Durch die Geschmeidigkeit der Mineralwolle lassen sich Spalten und unsaubere Stoßkanten einfach reduzieren. So kann mit nur einer Dämmmaßnahme ein optimaler Wärmeschutz erzielt werden, der darüber hinaus den höchsten Brandschutz und einen hervorragenden Schallschutz garantiert.


Wärme- und Brandschutz von Rohrleitungen
Neben dem Wärmeschutz gibt es weitere gute Gründe, bei der Dämmung von Rohrleitungen auf Mineralwolle zu setzen. Außerdem stellt der Gesetzgeber viele Anforderungen an den Brandschutz im Fall von mehreren Brandabschnitten oder schreibt in der ÖNORM H 5155 die Werte für die Dämmung von Heizungsrohren, Warm- und Kaltwasserleitungen vor.

Falls die Rohre von einem Brandabschnitt in einen anderen übergehen, ist dies Dank nichtbrennbarer Mineralwolle mit einem Schmelzpunkt von mind. 1000 Grad Celsius im Allgemeinen sehr wirtschaftlich möglich. In einem Einfamilienhaus gibt es zwar keine Brandabschnitte, aber schon bei einem Zweifamilienhaus ist dies der Fall. Die Durchquerung eines Brandabschnitts ist in den meisten Fällen mit einer Mineralwolledämmung erlaubt.

Heizungs- und Warmwasserrohre müssen laut OIB-Richtlinie 6 auch wärmetechnisch gedämmt werden. Das bezieht sich auf alle Gebäudearten wie Wohnungen und Gewerbebauten, wie auch für die private und öffentliche Nutzung.

Schallschutz von Wasserleitungen
Zum modernen Wohnkomfort gehört neben dem Wärmeschutz auch ein entsprechender Schallschutz. Wenn Sie das Gurgeln und Rauschen in Wasser- und Heizungsrohren abstellen möchten, müssen Sie diese dämmen. Eine entsprechende Regelung ist in der OIB Richtlinie 5 zu finden.

Ob Sie nun ein Heizungsrohr gegen Wärmeverlust dämmen oder ein Abwasserrohr gegen Schall – der Schwierigkeitsgrad der Dämmung ist bei beiden Maßnahmen gering. Die Schalldämmung gestaltet sich sogar noch ein wenig leichter, denn viele Leitungen befinden sich in Schächten, die einfach mit Mineralwolle ausgestopft werden können. Profis verwenden gerne Mineralwolle, weil es ein universell einsetzbares Dämmmaterial ist, das sich über viele Jahre bewährt hat.

Ermittlung der richtigen Dämmstärke
Die Dämmdicken sind vom Rohrdurchmesser und der Rohrleitungstemperatur abhängig und werden gemäß ÖNORM H 5155 ermittelt. Die umlaufende Dämmung muss dabei doppelt so dick sein wie der Innendurchmesser des Rohrs. Für die Ermittlung der Dämmstärke messen Sie den Durchmesser der Leitungen mit einem Messschieber. Für den korrekten und staubfreien Zuschnitt der Dämmschalen empfehlen wir ein langes Dämmstoffmesser und eine sogenannte Gehrungslade. Als Norm für die richtige Verarbeitung und Verwendung der optimalen Materialien (z.B. Bindedraht, Klebeband, usw.) gilt die ÖNORM B 2260.

Wasserdampfdiffusionsdichte Dämmung
Als Spezialgebiet der Dämmung von Rohrleitungen in Gebäuden gilt das Dämmen von Kälteleitungen, die etwa bei Klimaanlagen auftreten. Wie im Fall von Heizungs- und Warmwasserleitungen müssen auch diese laut ÖNORM H 5155 gedämmt werden, da entsprechende Verluste an Energie zu unterbinden bzw. verhindern sind. Demnach sind Rohre, die der Wärme- wie auch Kälteversorgung dienen, gleichermaßen zu dämmen.

Das physikalische Problem von kalten Rohrleitungen ist, dass sich schnell Kondenswasser bildet, da die Rohrtemperatur niedriger als der Taupunkt ist. Das Verhindern von Kondensat bekommen Sie nur durch eine ausreichende Dämmung in den Griff. Auch hierfür gibt es Lösungen aus Mineralwolle, die z.B. durch spezielle Kaschierungen oder Beschichtungen das Entstehen von Wassertropfen (Kondensat) auf der Rohroberfläche verhindern.

Fazit
Die Dämmung der Rohrleitungen mit Mineralwolle bringt einen höheren Wohnkomfort mit sich und spart erheblich an Energie. Egal, ob zum Wärme-, Brand- oder Schallschutz – dort, wo Rohrleitungen im Mauerwerk oder in Schächten verlaufen, ziehen Sie am besten Fachfirmen zu Rate, die Ihnen effektive, auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen anbieten.


Fotos: Knauf Insulation