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2020-10-24T21:10:55.4934688+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Keine Überhitzung dank vorgehängter, hinterlüfteter Fassade


Keine Überhitzung dank vorgehängter, hinterlüfteter Fassade
Steigende Temperaturen in den Sommermonaten sind uns – so versprechen es alle Klimaprognose-Modelle – gewiss. Somit werden wachsende Temperatureinträge zusehends zum lästigen Problem. Um amerikanische Verhältnisse mit energiefressenden Kühlaggregaten in Büros und Wohnungen zu vermeiden, ist deshalb ein intelligentes Wechselspiel von Temperatur-Vermeidung und -Reduktion gefragt.
Anton Kogler, Vorstandsvorsitzender des Österreichischen Fachverbands für hinterlüftete Fassaden (ÖFHF), sieht prinzipiell zwei zu lösende Aufgaben für den Planer: „Vor allem soll die Überwärmung durch Verschattung, den Dämm-Standard und möglichst niedere innere Lasten gering gehalten werden. Gelingt die Vermeidung eines äußeren Eintrages von Hitze, muss ich mich nicht erst um die Reduktion kümmern.“
Eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) hilft entscheidend den Wärmeeintrag im Inneren eines Gebäudes zu minimieren, da praktisch die Fassade selbst die dahinterliegende Wandkonstruktion verschattet. Anders als bei den weit verbreiteten Wärmedämmverbundsystemen (WDVS), deren Putzschicht bei Sonneneinstrahlung ziemlich stark belastet ist, kann die VHF Temperaturspitzen an der Oberflächenverkleidung wesentlich besser ausgleichen, da die eingetragene Wärme über den Hinterlüftungsquerschnitt wirkungsvoll abgeführt wird. Der vorgehängte Fassadenteil wirkt dabei wie eine natürliche Klimaanlage, während die dahinterliegende tragende Wand den Temperaturausgleich optimal übernimmt. Somit stellt die VHF eine bewährte Alternative in der Fassadengestaltung dar, die nicht nur im Winter, sondern auch in tropischen Sommern mit ihren Qualitäten besticht.

Glühende Hitze, coole hinterlüftete Fassaden, Copyright: ÖFHF

Kostenoptimales Bauen mit VHF
Kostenoptimales Bauen ist derzeit europaweit ein Thema. Deshalb wird die Bauwirtschaft in vielen Ländern in Zukunft auch verstärkt entsprechende Wärmeüberschüsse vermeiden müssen. Selbst in Österreich ist das gesetzlich vorgeschriebene Nachweisverfahren für die Vermeidung der sommerlichen Überwärmung von Räumen (ÖNORM B8110-3) verbesserungsbedürftig. Fachleute kritisieren, dass Lüftungswärmeverluste, innere und solare Gewinne sowie die Speicherfähigkeit des Gebäudes zu vereinfacht abgebildet werden. Moderne Gebäude – so der Tenor – könnten diesen Nachweis leicht erfüllen, würden jedoch in Wirklichkeit mit Hitze im Sommer zu kämpfen haben. Die VHF ist somit nicht nur aufgrund ihrer Langlebigkeit, sondern auch wegen ihrer optimalen bauphysikalischen Eigenschaften die Fassadenwahl für kühle Rechner.

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