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2020-07-02T18:10:21.1984531+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Optimaler Brandschutz mit hinterlüfteten Fassaden


Optimaler Brandschutz mit hinterlüfteten Fassaden

Neben den gestalterischen Aspekten schützt eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) vor Witterungseinflüssen wie Kälte, Hitze, Feuchtigkeit, Wind und Lärm. Vor allem der Brandschutz hat in letzter Zeit im Bauwesen einige Aufmerksamkeit erfahren und Neuerungen hervorgebracht. Darauf nimmt u.a. auch die Neue Richtlinie des Österreichischen Fachverbandes für hinterlüftete Fassaden (ÖFHF) Bezug. Brandschutz soll einem Brand vorbeugen und im Brandfall Löscharbeiten möglich machen. 

Gerade bei VHF können heute sehr vielfältige Materialien zum Einsatz kommen, ohne jedoch das Brandschutzrisiko zu erhöhen. Denn VHF sind auf die jeweilige Brandgefahr und erforderliche Dämmstoffstärke optimal anpassbar und bieten höchsten Schutz für Gebäude und deren Benutzer. Bei höchsten Brandschutzanforderungen stehen für die VHF nichtbrennbaren Dämm-Materialien ebenso zur Verfügung wie nicht brennbare Fassadenbekleidungen.
Die Erweiterung an architektonischer Gestaltung bedarf jedoch einer sorgfältige Vorgangsweise in der Planung und bei der Montage. Die Reifeprüfung stellt gewissermaßen der Fassadentest dar. Dabei unterstützt der ÖFHF einerseits mit dem praktischen Brandschutz-Leitfaden und andererseits mit funktionellen Details für Brandschutztests.

Dem Feuer standhalten

Brandschutzziele sind naturgemäß die Aufrechterhaltung der Tragfähigkeit eines Bauwerks für einen bestimmten Zeitraum, die Unterbindung des Ausbreitens von Feuer und Rauch im Gebäude, das Vermeiden des Übergreifens auf benachbarte Gebäude und die Evakuierung der Bewohner sowie eine risikofreie Löschung des Brandes. Der Fassadentest nach ÖNORM B 3800-5 soll sicherstellen, dass eine Fassade diesen gewünschten Anforderungen standhält. Ing. Ernst Gregorites, Vorstand Technik und Leiter der Arbeitsgruppe Brandschutz beim ÖFHF,skizziert den Fassadentests wie folgt: „Der Konstruktionsaufbau und die Wahl der Materialien werden, sofern möglich, mit dem Prüfinstitut abgestimmt. Die Materialwahl der einzelnen Komponenten einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade ist zum Teil vorgegeben, da nur Materialien zum Einsatz kommen dürfen, deren Brandverhalten bereits bestimmt ist. Schwieriger wird es bei den Details, etwa der Eckausbildung, der Ausbildung der Fensterleibung und jener des Fenstersturzes. Es gibt hier eine fast grenzenlose Auswahl an Möglichkeiten. Für den Fassadentest, der ja eine Systemprüfung ist, birgt die Vielfalt Tücken. Nehmen wir eine Fensterleibung mit entsprechendem Sturzdetail als Beispiel. Hier tun sich zwei Möglichkeiten auf: Entweder wird die Leibung aus dem gleichen Material hergestellt wie die Fassadenfläche oder sie wird aus Blechkantteilen gefertigt. Bleche gibt es in verschiedenen Materialien wie Zink, Aluminium, verzinktem Stahl und Kupfer, in verschiedenen Blechdicken und oft mit verschiedenen Schichtdicken, dazu kommen auch noch unterschiedliche Kantung. All diese Überlegungen fließen in die Planung zum Aufbau ein, und um nicht alle Varianten prüfen zu müssen, kreiert man in Abstimmung mit dem Prüfinstitut ein sogenanntes Worst-Case-Szenario. In den Prüfanstalten steht eine sechs Meter hohe Wand mit einem Inneneck und einer Fensteröffnung zur Verfügung. Daran wird die gesamte VHF montiert. Dann kommt die Stunde der Wahrheit und ein Brand wird simuliert. Insgesamt dauert der Test 30 Minuten, für manche Auftraggeber jedoch
gefühlte Stunden. Der Fassadentest ist bestanden, wenn alle Kriterien nach ÖNORM B 3800-5 eingehalten wurden, im Prüfbericht wird dies formuliert.“

Wer mehr über nachweisfreie Konstruktionen, Unterschiede bei diversen Gebäudeklassen und optimale Details hinsichtlich Brandverhalten wissen will, wendet sich am besten vorab an den , um mit gutem Gefühl „ins Feuer zu gehen“.

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