An den Anfang der Seite scrollen
2020-07-08T01:12:04.8982265+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Innovation in Simmering


Innovation in Simmering
Am 5. Dezember ging ein weltweit einzigartiges Umweltprojekt in Betrieb:
Der neue Hochdruck- Fernwärmespeicher von Wien Energie am Standort Simmeringer Haide entkoppelt Wärmeerzeugung und -verbrauch voneinander.

Bisher ging Wärme, die nicht unmittelbar verbraucht wurde, verloren. Das betrifft vor allem die kostbare umwelt-
freundliche Wärme aus erneuerbaren Energiequellen, ohne die eine Energiewende nicht möglich ist. Erneuerbare Energien unterliegen nämlich aufgrund natürlicher Gegebenheiten wie etwa der jeweiligen Stärke der Sonnenein-
strahlung oder der Windverhältnisse starken Produktionsschwankungen. Für eine gleichbleibende Versorgung benötigt man also massive Speichermöglichkeiten.

Hier erweist sich Wien Energie mit dem weltweiten Vorzeigeprojekt des Hochdruck- Fernwärmespeichers als Vorreiter: In dessen beiden 45 Meter hohen Druckspeichern kann Wärme so lange gespeichert werden, bis sie tatsächlich gebraucht wird. Und zwar unabhängig von der Erzeugung. „Das bedeutet, dass wir jetzt für Spitzenver-
brauchszeiten kein eigenes, mit Gasbetriebenes Kraftwerk anfahren müssen“, freut sich Wien Energie-Geschäfts-
führerin Susanna Zapreva. „Wir können die Wärme, die ursprünglich zum Beispiel von unserem Biomassekraftwerk hier am Standort kommt, aus dem Hochdruckspeicher nehmen und unsere KundInnen so mit erneuerbaren Energien versorgen.“ Im Sommer werden auch Fernkälte- Tagesspitzen ausgeglichen.


Nachhaltigkeit ist Trumpf
Durch den reduzierten Gasverbrauch können jährlich bis zu 11.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Wenn man das hochrechnet, müsste man für dasselbe Ergebnis ca. 4.200 Pkws ein Jahr lang stehen lassen“, verdeutlicht Zapreva. Die Anlage optimiert den Einsatz der Kraft- Wärme-Kopplungskraftwerke in Simmering, Donaustadt und der Leopoldau, der thermischen Abfallbehandlungsanlagen sowie der dezentralen Stromeinspeiser durch erneuerbare Energien. So nutzt und stärkt sie etwa das Waldbiomassekraftwerk Simmering.

Investition in die Zukunft     
Die Investion von Wien Energie in Höhe von 20 Mio. Euro ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Energie-
versorgung. „Bis zum Jahr 2030 wollen wir 50 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren, dafür brauchen wir starke Netze und Speicher“, so die Geschäftsführerin. Das  Fernwärmenetz ist knapp 1.200 Kilometer lang und muss Höhenunterschiede von bis zu 150 Metern bewältigen. Daher kommt heißes Wasser mit besonders hohem Druck und hohen Temperaturen zu den EndverbraucherInnen. Der neue Speicher wird pro Jahr rund 2.200 Stunden be- und ebenso lange entladen. Die gespeicherte und entnommene Wärmemenge beträgt rund 145.000 Megawattstunden. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Haushalten.