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2019-08-19T10:36:20.5009219+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Thomas Carr College


Thomas Carr College
Das Zentrum ist für die Schuljahre 7 und 8 das erste Projekt, das Smith Tracey Architects für das Thomas Carr College, eine gemischte weiterführende Schule eines katholischen Trägers, fertiggestellt hat. In dem Vorort Tarneit in Melbourne ist
der Bedarf an Unterrichtsräumen durch steigende Bevölkerungszahlen und die allgemeine Entwicklung nämlich gestiegen. Die dynamische Architektur – bewegliche Wände zwischen Klassenzimmer, zur Verbindung von Innen- und Außenbereichen – ist ein Symbol für die neuen Lernformen.

“Dieses Projekt ist die Verwirklichung des ersten Gebäudes aus unserem Masterplan für die Schule, die dadurch das künftige Wachstum bewältigen will“, erläutert der leitende Architekt bei dem Projekt, Stasinos Mantzis von Smith & Tracey. Die 1997 eröffnete Schule umfasst zurzeit ein Mix aus festen und vorübergehenden Klassenräumen. Durch das neu erbaute Zentrum für die Schuljahre 7 und 8 sollen einige dieser vorübergehenden Klassenzimmer ersetzt werden, die einst durch die schnell zunehmenden Schülerzahlen erforderlich wurden. Außerdem dienen sie als Hülle über und um das bereits vorhandene Wissenschaftsgebäude auf dem Gelände. “Es ging uns nicht nur darum, die Anforderungen zur Funktion des Gebäudes zu erfüllen, sondern auch darum, ein Bauwerk zu entwerfen, das die Bestrebungen der Zukunft und den Stellenwert der Schule in diesem neuen Stadtviertel als öffentliches Gebäude widerspiegelt“, erläutert Mantzis.

Smith & Tracey verfügt über umfassende Erfahrungen im Unterrichtswesen, sodass die Architekten zukunftssichere Entwürfe arbeiten, die auf die sich weiter-entwickelnden Trends der Schulpädagogik in Australien abgestimmt sind. Dieses besondere Gebäude umfasst die vor Kurzem fertiggestellten bestehenden Labors, sodass jetzt 20 zusätzliche Klassenzimmer, große Aufenthaltsbereiche, eine Vorführküche, Büroräume und weitere Einrichtungen für Schüler zur Verfügung stehen. Sämtliche Bereiche wurden in Hufeisenform um einen vom Sonnenlicht verwöhnten, kreisförmigen Außenbereich angeordnet.

“Das Gebäude erlebte einen Entwicklungsprozess, bei dem viele gestalterische Techniken getestet und verworfen wurden“, erinnert sich der Architekt.
Jede Prozessphase wurde anhand von 3D-Wiedergaben dokumentiert, und das führte zu einem durchdachten und funktionalen Gebäude. Aus diesen Gesprächen ging ebenfalls deutlich hervor, dass ein Wunsch zur Entwicklung einer dynamischen Architektur bestand, damit: “die Studenten bei der baulichen Umgebung einbezogen werden und ihnen die Herausforderung gestellt wird, sich mit unabhängigeren Formen des Lernens vertraut zu machen.“



Fließende Entwicklungen
Diese Herausforderung zeigt sich durch die Formensprache der externen Faltelemente, die spitzen Winkel und das Gebäude an sich sowie durch das Dach in Sägezahnform genauso wie bei den Mustern und Farben im Innenbereich. Außerdem entstand in diesem Zusammenhang viel von dem, was zu den Lieblingsaspekten von Mantzis bei diesem Entwurf geworden ist, zum Beispiel das in Holz ausgeführte Amphitheater im zentralen Aufenthaltsbereich. Das Ziel des Projekts lautete, “die flüssige Form darzustellen, in der Pädagogik und Informationen auf neue, zeitgemäße Weise zur Verfügung stehen.“ Das führte zu innovativen Methoden bei der Verwendung der Klassenzimmer und ihrer Verbindung miteinander, mit den Aufenthaltsbereichen und den Gärten im Freien. So lassen sich beispielsweise durch die beweglichen Wände zwischen den Klassenzimmern im Gebäude Unterrichtsräume für kleine Gruppen schaffen, während die großen Glasschiebetüren ungestörtes Lernen ermöglichen, sich die Bereiche aber auch zu den angrenzenden Aufenthaltsflächen innen und außen öffnen lassen. “Die frühzeitige Einbeziehung von Schülern bei der Gestaltung war ein großer Erfolg, denn dadurch konnten sie sich in die bauliche Umgebung einbringen und empfinden sich als Miteigentümer des Gebäudes“, erläutert Mantzis.

Zusätzlich zu den funktionsspezifischen sowie den gewünschten Anforderungen des Auftraggebers musste der Architekt außerdem die umgebungsspezifischen Umstände berücksichtigen. Da es in diesem Gebiet oft zu Trockenheit kommt, installierte der Architekt unterirdische Regenwassertanks mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Litern zum Spülen der Toiletten, verwendete Fassadenplatten mit einem hohen Dämmwert für die Wände, integrierte Oberlichter in allen Lernbereichen im Obergeschoss für die Querlüftung und natürliches Licht, und er entschied sich für hochisolierende Fenster mit Low-E-Glas zum Schutz vor einer Wärmeübertragung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung.

Der Hersteller MSF, der bereits frühzeitig bei den Entwürfen hinzugezogen wurde, spielte bei dem Letztgenannten eine entscheidende Rolle, weil die herkömmlichen Verglasungen den Energievorgaben nicht entsprachen. Damit der Entwurf durch die verwendeten Systeme, die bisher noch nicht eingesetzt worden waren, nicht beeinträchtigt wurde, musste man kreativ vorgehen. Guido Nobile von MSF erläutert: „Aspekte wie die Verwendung unterschiedlicher Verkleidungen wurden nach Rücksprache mit dem Architekten angegangen. Unsere sorgfältige Planung und die erfahrenen Fachleute betrachteten dieses Projekt als eine persönliche Herausforderung.“ „Mit den Reynaers-Produkten gelang es uns, den gewünschten Umfang der Verglasung zu erreichen, sodass Licht, Lüftung und Komfort in den Klassenzimmern gewährleistet werden“, sagt der Architekt zum Schluss.


Thomas Carr College, Zentrum für die Jahre 7 und 8
Architekt: Smith & Tracey Architects, Hawthorn
Allgemeiner Bauunternehmer: Total Construction, Richmond
Statiker und Bauingenieur: Brown Consulting
Konstrukteur: MS F Thermal Doors and Windows, Morwell
Reynaers-Systeme: CW 50-HI , CS 77-HI

Copyright: © Chris Matterson Photography