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2020-11-30T20:49:38.0512579+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

CREATON: Eingebundene Biberschwanzkehlen


Zeitlos schön und dennoch selten
CREATON: Eingebundene Biberschwanzkehlen

Sie haben eine lange Tradition, sie sind zeitlos, werthaltig, zweifellos schön und trotzen Wind und Wetter – die eingebundenen Biberschwanzkehlen. Und doch ist diese Art der Dacheindeckung selten geworden. Gute Gründe gibt es hierfür jedoch nicht. Für eine Widerbelebung dieser Technik spricht hingegen vieles.

Dass eingebundene Biberschwanzkehlen eher eine Seltenheit in der deutschen Dachlandschaft geworden sind, liegt zum einen daran, dass die handwerkliche Herausforderung von den Bauherren heutzutage oft nicht mehr gebührend honoriert wird. Schließlich kostet diese Art der kunstvoll überlappenden Deckung mehr Geld als eine herkömmliche Eindeckung, auch wenn sie qualitativ deutlich hochwertiger ist. Viele Bauherren entscheiden sich häufig aus reinen Kostengesichtspunkten für eine günstigere Variante. Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist die Tatsache, dass viele Gesellen während ihrer Ausbildung je nach Region erst gar nicht mit dem Thema in Berührung kommen. Erst in der Meisterschule steht diese anspruchsvolle Technik auf dem Lehrplan. Und sie wird immer noch als zeitaufwändig und kompliziert angesehen. So ist die Verlegetechnik aus der Mode gekommen und nur im Süden und Osten Deutschlands noch relativ präsent – wie zum Beispiel im Berliner Raum.

Geeignet für Doppel- und Kronendeckung
Eigentlich ist es schade, dass diese Form der Kehlausbildung vernachlässigt wird, zumal das Prinzip der Eindeckung relativ einfach ist. Eingebundene Biberschwanzkehlen eignen sich sowohl zur Doppel- als auch zur Kronendeckung. Generell unterscheidet man zwischen gleichhüftigen und ungleichhüftigen Kehlen. Wenn sich zwei Dachflächen mit unterschiedlichen Neigungen verschneiden, spricht man von ungleichhüftigen Kehlen. Die einfachere Variante ist die gleichhüftige; hier ist die Neigung der sich verschneidenden Dachflächen identisch. Wenn bei der gleichhüftigen Kehle auch noch die Traglatten der beiden Dachflächen auf gleicher Höhe liegen, ist die Verlegung der eingebundenen Biberschwanzkehle relativ unkompliziert, denn die Abfolge der Arbeitsschritte – in Symmetrie zur Kehlmittellinie – ist immer die gleiche.