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2019-06-20T00:48:46.1177031+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Die wichtigsten Standards bei der Immobilienprojektentwicklung


Die wichtigsten Standards bei der Immobilienprojektentwicklung
Innovative Strategien sind in der Immobilienprojektentwicklung gefragt. Ein neuer Praxisleitfaden beinhaltet alle Anforderungen. Die „“ bietet mehr Orientierung im Hochbau und bei Immobilienentwicklung. Das Handbuch beinhaltet alle wesentlichen Standards bei der Immobilienprojektentwicklung. „Die Normensammlung richtet sich wesentlich an Praktiker des Immobilien-, Bau- und Finanzwesens, die für ihre berufliche Tätigkeit eine fundierte Kenntnis der wichtigsten Normen benötigen“, erläutert Walter Eichinger, MSc CMC FRICS, Geschäftsführer Silver Living GmbH, www.silver-living.com, in seiner Eigenschaft als federführender Experte bei der Erstellung des Kompendiums.

„Gerade aufgrund der hohen Komplexität bei der Projektentwicklung ist es für die Praktiker wichtig, Anhaltspunkte für ihre tägliche Arbeit griffbereit zu haben. Zumal in der gesamten Branche darüber Einigkeit besteht, dass die Projektentwicklung von Immobilien zu den risikoreichsten unternehmerischen Aufgaben zählt“. Wichtig für Projektentwickler ist es daher „die spezifischen Risiken des jeweiligen Projekts zu identifizieren und diese durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren bzw. vertraglich an Projektpartner respektive externe Akteure ganz oder teilweise zu überbinden“. Einer weiteren Gruppe, der diese Sammlung Nutzen bringen kann, sind Auszubildende und Studierende.

Sinnvoller Aufbau
Ein Herzstück der Normensammlung Immobilienprojektentwicklung, die soeben im Verlag von Austrian Standards erschienen ist, ist die ÖNORM B 2110 „Allgemeine Vertragsbestimmungen für Bauleistungen – Werkvertragsnorm“. „Viele Unternehmen wissen nicht, dass mit der in Werkverträgen üblichen Vereinbarung der ÖNORM B 2110 zwischen Unternehmen zugleich die in Betracht kommenden ÖNORMEN mit vornormierten Vertragsinhalten für einzelne Sachgebiete als vereinbart gelten, soweit die Leistungen oder Teile der Leistung diese Sachgebiete betreffen“, erläutert Walter Eichinger. „Aus diesem Grund wurde die Normensammlung um die ÖNORM B 2111 ‚Umrechnung veränderlicher Preise von Bauleistungen – Werksvertragsnorm‘ als auch um die ÖNORM A 2063 „Austausch von Leistungsbeschreibungs-, Elementkatalogs-, Ausschreibungs-, Angebots-, Auftrags- und Abrechnungsdaten in elektronischer Form“ ergänzt“. Abgerundet wird dieser Teil durch die ÖNORM A 2050 „Vergabe von Aufträgen über Leistungen – Ausschreibung, Angebot, Zuschlag – Verfahrensnormen“, die laut Walter Eichinger für das Verständnis der Begrifflichkeit der ÖNORM B 2110 unabdingbar sind.  
Neben juristischen Kenntnissen benötigt ein Projektentwickler auch Know-how um den gesamten Projektentwicklungsprozess vollständig zu begleiten: also Projektinitiierung, Projektkonzeption, Projektkonkretisierung, Projektmanagement und Projektvermarktung. Gefragt sind auch Fähigkeiten, die Visionen und Intuitionen jedes Immobilienprojekts analytisch zu hinterfragen, sowie umfangreiche Marktkenntnisse, um Trends richtig erkennen und bewerten zu können. Steuerliche, kaufmännische und verwertungstechnische Aspekte gehören ebenfalls zum täglichen Handwerkszeug, weshalb der Immobilienprojektentwickler nicht nur in Investitionsrechnung und Finanzierungswesen geschult sein muss, sondern ebenfalls im ganzheitlichen und prozessbegleitenden Marketing seiner Projekte.

Die interdisziplinäre Sicht
Zu den entscheidenden interdisziplinären Grundlagen gehören zudem technische Kenntnisse der Architektur, verschiedener Bauweisen, von Bauabläufen, Immobilienarten und -gruppen sowie Dokumentationsmöglichkeiten. Damit ein Projekt termingerecht und in der vereinbarten Qualität übergeben werden kann, ist es ferner notwendig, dass der Projektentwickler mit Kosten-Kennzahlen und einem funktionierenden Terminmanagement vertraut ist. Für diesen Themenbereich stellt die Normensammlung dem Praktiker folgende Standards zur Verfügung:
  • ÖNORM B 1801 „Bauprojekt- und Objektmanagement – Teil 1: Objekterrichtung, Teil 2: Objekt-Folgekosten sowie Teil 3: Objekt- und Nutzungstypologie“
  • ÖNORM A 6241 „Digitale Bauwerksdokumentation – Teil 1: CAD-Datenstruktur und Building Information Modeling (BMI) – Level 2 sowie Teil 2: Building Information Modeling (BMI) – Levels 3-iBIM
  • ÖNORM A 6250 „Aufnahme und Dokumentation von Bauwerken und Außenanlagen – Teil 1: Bestandsaufnahme und schließlich
  • ÖNORM EN 15221 „Facility Management“ – Teil 6: Flächenbemessung im Facility Management“.
Der großen Bedeutung, die diese Branchen genießen, entspricht aber auch die große Verantwortung. Dem Schutz der Erwerber, die im Regelfall ihre gesamte gegenwärtige und künftige Finanzkraft aufwenden, um eine vom Immobilienprojektentwickler errichtete neue Wohnung oder ein Reihenhaus zu erwerben, dient das Bauträgervertragsgesetz (BTVG). Es war daher notwendig, die ÖNORM B 2120 „Mindesterfordernisse für einen Bauträgervertrag“ aufzunehmen. Sie  2120 enthält allgemeine Empfehlungen über die Mindestinhalte für Verträge nach dem BTVG zum Schutz der Erwerber. Ein wesentlicher Teil beschäftigt sich mit Definitionen, die für die praktische Anwendung des BTVG wichtig sind. Vervollständigt wird die Sammlung durch ÖNORM/CEN TS 16118 „Betreutes Wohnen“ – Anforderungen an Dienstleistungen ältere Menschen im Rahmen der Wohnform Betreutes Wohnen“.

Herausgeber
Austrian Standards Institute

1. Auflage 2016
ISBN 978-3-85402-335-7: 2016