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2020-11-30T11:10:10.0073125+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

ACO – Wasser lässt sich aussperren


ACO – Wasser lässt sich aussperren

Seit Ende April häufen sich die Starkregenereignisse in Österreich. Die öffentlichen Kanalnetze sind immer öfter überfordert. Rückstausysteme in Gebäuden können viele Schäden verhindern.

Als Basis für Kanaldimensionierung, hydraulische Nachweisführung und Mischwasserbewirtschaftung werden Regenspendenlinien und Regenkontinua herangezogen, die im Rahmen eines vom Landwirtschaftsministerium geförderten ÖKOSTRA-Projekts 2006 erhoben wurden*. In logischer Konsequenz ist die Kanalisation auf Durchschnittswerte ausgerichtet. Mit Starkregenereignissen oder kleinräumigen Tornados sind die Netze überfordert. Wasser, das nicht durch Kanalschächte in öffentliche Flächen austreten kann, staut zurück in die Gebäude. Bei fehlenden oder mangelhaften Rückstausystemen kommt es zu enormen Schäden.

Kurzfristig Absicherung möglich
„Im Bereich Rückstau können Bauherren aber kurzfristig und effizient Sicherheits­vorkehrungen treffen, auch nachträglich in der Sanierung“, betont Mag. Martin Lackner, ACO. Er verweist damit auf die neueste Entwicklung seines Unternehmens, den Bodenablauf Junior. Dieser Rückstauverschluss ist aufgrund seiner kompakten Abmessungen besonders in Kellerräumen geeignet, wo eine vorhandene Ablaufstelle nachträglich gegen Rückstau gesichert werden soll.

Um den alten Kellerablauf zu ersetzen, muss nur ein Minimum des Oberflächenbelags entfernt werden. Die Zuführung des Abwassers erfolgt über den Rost. Optional können unterhalb der Rückstauebene liegende Entwässerungsgegenstände wie Duschen, Waschmaschinen oder Wachbecken über einen bauseits anzubringenden Zulauf angeschlossen werden.

Junior verfügt über zwei Klappen, die im normalen Betriebszustand beide pendeln. Wenn Abwasser eingeleitet wird, öffnen sie sich durch den Fließdruck und das Abwasser kann in den Kanal abgeleitet werden. Im Rückstaufall drückt das Abwasser vom Kanal in die Rohrleitung, drückt dabei die hintere Klappe gegen den Dichtsatz und verschließt die Öffnung. Die zweite Klappe dient zur Sicherheit, um bei eventuellen Verschmutzungen der hinteren Klappe die Dichtfunktion zu gewährleisten. In diese zweite Klappe ist auch ein Notverschluss integriert, der von Hand betätigt werden kann.

Für Fäkalienkanäle bietet sich der ACO Rückstauverschluss Triplex K Typ 2 an.  Grund­sätzlich schützen auch hier zwei Klappen vor Rückstau. Als zusätzliche Sicherheits­vorkehrung lässt sich diese problemlos mit einer pneumatischen/elektrischen Steuerung ergänzen und zum ACO Fäkalien-Rückstauautomat Quatrix-K umrüsten. Sobald das Abwasser in der Rohrleitung über die zulässige Füllhöhe steigt, wird durch den entstehenden Unterdruck ein Signal an die Steuereinheit gesendet. Das Steuergerät veranlasst, dass durch einen Elektromotor die Betriebsverschlussklappe geschlossen wird. Entspannt sich die Situation wieder, gibt die Steuerung die Klappe wieder automatisch frei. Der Rückstau wird durch ein optisches und akustisches Signal angezeigt.

„Rückstausicherungen lassen sich zwar teilweise auch nachträglich einbauen. Trotzdem empfehlen wir allen Bauherren, dem Keller schon in der Planung mehr Aufmerksamkeit zu widmen und durch bauliche Maßnahmen Wassereinbrüchen vorzubeugen“, betont Lackner und verweist auf die dramatische Zunahme von Starkregenereignissen in den letzten Jahren. „Fehler bei den Kellerwänden, eine mangelhafte Ausführung des Fugenbands oder der Verzicht auf Hochwasserschutz bei den Kellerfenstern sind gar nicht oder nur unter größtem Aufwand sanierbar.“

INFOKASTEN zu den beiden Grafiken „Rückstau verhindern _ Falsch und Richtig
Einbaugrundsätze für Rückstausicherungen

FALSCH: Entwässerungsgegenstände, die oberhalb der Rückstauebene (etwa Straßenkante) liegen, dürfen nicht über eine Rückstausicherung geführt werden. Dabei könnte oberhalb der Rückstauebene anfallendes Abwasser im Rückstaufall nicht mehr abgeleitet werden. Das Abwasser würde gemäß dem Prinzip der kommunizierenden Röhren zuerst aus den am tiefsten gelegenen Ablaufstellen unterhalb der  Rückstauebene austreten und den Keller überschwemmen.

RICHTIG: Alle oberhalb der Rückstauebene installierten Entwässerungsgegenstände sind nach einem Rückstauverschluss anzuschließen. Die Fallleitung füllt sich bei Rückstau höchstens bis Höhe der Straßenoberkante, das Abwasser wird durch den Rückstauverschluss am Zurückdrücken in tiefer gelegene Entwässerungsgegenstände gehindert und tritt daher über die Kanaldeckel aus.