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2020-11-28T07:08:10.6069141+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Ing. Siegfried Leitner, Prokurist und technischer Leiter bei SW Umwelttechnik, im Gespräch über das Behälterprogramm von SW


Ing. Siegfried Leitner, Prokurist und technischer Leiter bei SW Umwelttechnik, im Gespräch über das Behälterprogramm von SW

Herr Leitner, bei den Behältern gibt es ja zahlreiche Sonderanfertigungen - denn: So ein Behälter muss verschiedenste Anforderungen erfüllen. Was war denn die außergewöhnlichste Sonderfertigung, die bei SW produziert wurde und wofür wurde sie gebraucht?

„Eines der wohl spektakulärsten Behälterprojekte war der Einbau von zwei Großabscheideanlagen am Hafen von Monfalcone. Die beiden Anlagen waren mit gesamt über 600m³ Volumen und für knapp 1.000 Liter/Sek. ausgelegt. Es galt, die Maximallast des Hafenkranes von 225 Tonnen zu tragen – das musste statisch genau durchdacht werden. Außerdem wurde eine Lösung benötigt, die extrem Salzwasser beständig ist. Ein hartnäckiges Italientief hat die Montage nicht leichter gemacht...“

SW Umwelttechnik bietet zusätzlich zu den Behältern auch die Durchführung spezieller Vorbereitungsarbeiten an. Um welche Vorbereitungen geht’s da?

„Die häufigsten werkseitigen Vorbereitungen dienen natürlich dem einfachen und vor allem dichten Rohranschluss auf der Baustelle. Hier steht entsprechend der Vielzahl von Rohrsystemen eine große Auswahl von Dichtsystemen zur Verfügung. Aber auch Vorkehrungen zur Auftriebssicherung werden sinnvoller Weise häufig schon bei der Produktion des Behälters berücksichtigt.

Eher selten werden Behälter mit integrierten Heizleitungen und Wärmeisolierung verlangt wie z.B. für Fermenter von Biogasanlagen oder freistehende Abwasserreinigungsanlagen. Ebenso vereinzelt werden noch PEHD-Inliner für besonders aggressive Medien nachgefragt, aber wie gesagt – eher selten aufgrund der ständig weiterentwickelten Betontechnologie.“

Stichwort: Materialfrage. Welchen Unterschied macht das Material bei Behältern von SW Umwelttechnik im Vergleich zu anderen Produkten?

„Anspruchsvolle Behälter werden bei SW fast ausschließlich aus selbstverdichtendem Hochleistungsbeton hergestellt. Wir arbeiten mit hauseigenen Rezepturen je nach Einsatzbereich der Behälter. So haben wir z.B. geprüfte, mineralöl- und fettbeständige Betone oder – was viele nicht wissen – einen eigens für Trinkwasser geeigneten Beton mit Prüfzeugnis. Unsere hohen Qualitätsanforderungen an den Werkstoff Beton haben meist auch hohe Festigkeitseigenschaften zur Folge. So liegen wir bei den Betongüten häufig um eine Klasse über jenen unserer Mitbewerber.“

 Sie sind bei SW Umwelttechnik zuständig für das Behälterprogramm. Was gibt es Neues?

„Neu ist die Erweiterung unseres umfangreichen Behälterprogramms durch den so genannten Spannbetonbehälter. Diese Fertigteiltechnik ermöglicht die Errichtung von Großbehältern bis zu etwa 15.000m³ Fassungsvermögen in kürzester Bauzeit. Nahezu jegliche Grundrissgeometrie ist damit machbar, Bauhöhen bis 15 m auch freistehend und das bei Wandstärken von lediglich 18 bis 22 cm. Die Behälterwand wird hier mittels Spannlitzen vorgespannt, wodurch die Zugspannungen im Beton überdrückt werden. Das Ergebnis ist ein absolut rissfreier Behälter. Eine sehr ausgereifte, bewährte Technik.“

 Wohin geht die Entwicklung im Behälterbau?

„Seit 99 Jahren ist Beton „der Werkstoff“ schlechthin bei SW Umwelttechnik. Im SW-Beton steckt also enorm viel Erfahrung und Entwicklung. Erst kürzlich haben wir mit unserer Entwicklung des ultrahochfesten Betons „RESCON“ aufhorchen lassen. Dieser Beton hat also bereits den Sprung aus dem Labor in die Praxis geschafft. Mit bis zu 8-fach höheren Festigkeitswerten gegenüber Normalbeton, einer Wassereindringtiefe von 0 und vielen weiteren vorteilhaften Eigenschaften ist dieser Beton sicher auch im Behälterbau zukunftsweisend. Die Entwicklung geht unaufhaltsam weiter, Beton ist also schon lange nicht mehr das einfache Gemisch aus Sand, Wasser und Zement.“