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2020-07-14T05:55:41.0317031+02:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Lastabtragende Wärmedämmung mit 14 MN/m²


Lastabtragende Wärmedämmung mit 14 MN/m²
Gradonna Mountain Resort, Kals am Großglockner

41 Chalets und ein zentraler Hotelkomplex gehören zum Gradonna Mountain Resort, das zurzeit in Kals am Großglockner entsteht. Der Bau des Hotelfundaments stellte dabei hohe Ansprüche an Stabilität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit der lastabtragenden Wärmedämmung. Zum Einsatz kamen deshalb rund 1.500 Kubikmeter Liapor Ground als Perimeterschüttung. Sie erfüllen dank ihrer Steifigkeit von 14 MN/m², ihren­ hochwärmedämmenden Eigenschafte -sowie dem effizienten Eintrag als selbstverdichtetes Schüttgut alle Anforderungen optimal.

Wie lässt sich im Hochgebirge auf rund 2.500 Quadratmetern eine lastabtragende Wärmedämmung mit hoher Steifigkeit realisieren, die nicht nur sichere und dauerhafte Stabilität gewährleistet, sondern auch schnell, einfach und wirtschaftlich einzubringen ist. Diese Anforderungen stellten sich beim Bau des Hotels des Gradonna Mountain Resorts, das zurzeit in Kals am Großglockner in Österreich entsteht. Das Vier-Sterne-Resort, dessen Baukosten rund 45 Millionen Euro betragen, wird unter der Bauherrschaft der Schultz-Gruppe in Kaltenbach errichtet, die Planung des Projekts übernahm die Reitter Architekten zt Gesmbh in Innsbruck. Für die Bauausführung ist die Bauunternehmung Dipl.-Ing. Walter Frey GmbH in Lienz zuständig.

Das Gradonna Mountain Resort liegt auf 1.600 Metern Seehöhe und umfasst auf rund 45.000 Quadratmetern neben dem zentralen Hotelkomplex mit 490 Betten auch 41 Chalets. Neben der Dimension der Anlage stellte die exponierte alpine Lage besondere Ansprüche an Bautechnik, Baustoff und Ausführung, besonders beim Bau des Hotelfundaments: „Der Raum zwischen Bauwerk und Baugrube sollte mit einer stabilen, wärmedämmenden und einfach einzubringenden Perimeterdämmung gefüllt werden“, erklärt Ing. Helmut Reitmayer von Liapor Österreich. „Die Lösung bot Liapor Ground als hochwärmedämmende Schüttung, die mit ihrer besonders hohen Steifigkeit von 14 MN/m² auch exzellente Stabilität, Dauerhaftigkeit und Sicherheit bietet. Darüber hinaus erfüllt Liapor Ground als formstabiles und selbstverdichtendes Schüttgut auch die Anforde rungen an ­einen unkomplizierten und wirtschaftlichen Eintrag ­optimal."

Die vielfältigen bauphysikalischen Vorteile von Liapor Ground resultieren aus der Materie und Struktur des Baustoffs. Gebrannt aus naturreinem, rund 180 Millionen Jahre altem Lias-Ton, weisen die Liapor Blähtonkugeln in ihrem Inneren eine feine, luftporendurchsetzte Struktur auf, während ihre keramische Oberfläche geschlossen und mäßig rau ist. Bei geringem Gewicht verfügt Liapor über eine optimale Kornfestigkeit, die Schüttung ist dabei formstabil und selbstverdichtend. Sie staucht sich nachträglich nicht zusammen, ein Kubikmeter Liapor Ground füllt damit dauerhaft einen Hohlraum von genau einem Kubikmeter aus. Der Eintrag kann auch in schmalste Spalten erfolgen, zusätzliche Rüttler oder Verdichter sind nicht erforderlich. Weiterer Vorteil: Die Schüttung ist frostsicher und drainagefähig und verhindert so Feuchtigkeitsschäden am Bauwerk – gerade im Hochgebirge bei starken Temperaturänderungen oder Frost.

Für den Bau des Gradonna Mountain Resort-Hotels kamen rund 1.500 Kubikmeter Liapor Ground zum Einsatz. Besteller und Lieferant war die Gebrüder Podesser Baustoffe GmbH in Ainet. Die Schüttung besteht aus Liapor Ground der Korngröße 1–16 mm (rund und gebrochen gemischt) mit einer Trockenschüttdichte von rund 500 kg/m³ und der für eine lastabtragende Wärmedäm-mung besonders hohen Steifigkeit von 14 MN/m². Sie wurde nach dem Aushub der Baugrube als Basis für die Bodenplatte eingebracht, die Anlieferung erfolgte individuell auf den jeweiligen Baufortschritt abgestimmt mittels Schubboden-Lkws und Muldenkippern. Die weitere Verteilung auf der Baustelle übernahmen Bagger und Radlader. Der Liapor-Ground-Eintrag erfolgte dabei passgenau­ um die Rohre und Leitungen der Sanitär- und Abwasserinstallationen herum. Die obere und untere Begrenzung­ der Schüttung bildet ein Vlies, das nach oben die Abgrenzung zur darüberliegenden Bodenplatte aus Beton darstellt.

Auf diese Weise ließ sich das gesamte Schüttungsvolumen auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von 30 bis 40 Zentimetern schnell, einfach und wirtschaftlich innerhalb weniger Wochen im September und Oktober 2011 einbringen.

„Die Perimeterdämmung ist nicht nur besonders druckfest und stabil, sondern reduziert Wärmeverluste, speichert gleichzeitig Wärme und wirkt schalldämmend“, so das Fazit von Helmut Reitmayer. „Dazu kommt noch die feuchteregulierende Funktion des Liapor-Blähtons, der bei Bedarf Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne dass es zu Setzungen oder Quellungen kommt.“ Damit sorgt die Perimeterschüttung für ein Höchstmaß an Stabilität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit – und stellt so die ideale Basis für das Hotel des Gradonna Mountain Resorts dar, das im Winter 2012/2013 eröffnet wird.