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2020-12-05T22:47:21.9843359+01:00 BAUDATENBANK.AT - Österreichische Baudatenbank

Schlosshotel Herrenchiemsee


Schlosshotel Herrenchiemsee

Bodensanierung mit doppelter Liapor-Schüttung

Bei der Sanierung des Küchenbereichs des Schlosshotels Herrenchiemsee erforderte das wenig tragfähige und stark durchfeuchtete Mauerwerk des unterlagernden Kreuzgewölbes eine leichte, stabile Ausgleichsschüttung, die auch gleichmäßig alle Hohlräume zwischen den Kücheninstallationen zuverlässig ausfüllen musste. Die Lösung bot eine ungebundene Liapor-Schüttung, die von einem Silo-Lkw per Einblastechnik eingebracht wurde. Die bis zu 110 Zentimeter mächtige Schüttung wird von einer zweiten, zementgebundenen Liapor-Schüttung abgedeckt. Dieser Aufbau ist die ideale Sanierungslösung für die historische Bausubstanz, gleichzeitig erfüllt er alle Anforderungen an den späteren Großküchenbetrieb.

Das Schlosshotel Herrenchiemsee befindet sich auf der im westlichen Chiemsee gelegenen Herreninsel und wurde in den Jahren 1737 bis 1740 erbaut. Zurzeit wird das denkmalgeschützte, im Besitz des Freistaates Bayern befindliche Schlosshotel grundlegend saniert und instandgesetzt. Zu den Sanierungsmaßnahmen zählt auch der Ausbau der gastronomischen Infrastruktur, was den Aufbau einer modernen Großküche mit sämtlichen Einrichtungen, Funktionen und Installationen direkt auf den alten Gewölbedecken des Untergeschosses umfasst. Keine leichte Aufgabe angesichts des maroden Zustands der alten Bausubstanz. „Aufgrund der starken Durchfeuchtung und der geringen Tragfähigkeit des unterlagernden Gewölbes kam für den Bodenaufbau nur eine Trockenschüttung in Frage, die gleichzeitig auch das vorhandene Bodengefälle ausgleichen musste“, erklärt Hans-Jürgen Taub von Taub Architekten in München, der die Bauleitung der Sanierung innehatte. „Gleichzeitig musste sichergestellt sein, dass sich die Schüttung in dem hochinstallierten Bereich sauber verteilen und verdichten ließ, um im späteren Küchenbetrieb Schäden an den Installationen oder Einsackungen von vornherein auszuschließen.“

Die Lösung boten rund 270 m³ Liapor-Schüttung der Korngruppe 4/8. Sie wurde per Silo-LKW und Schlauchleitung schnell und einfach auf die Gewölbedecken eingebracht. Wegen der hochinstallierten Bereiche sowie aufgrund des geneigten Untergrundes lagen die Schütthöhen zwischen 50 und 110 Zentimetern. Gleichzeitig konnte die Liapor-Schüttung auch wie gefordert gleichmäßig und ohne Hohlräume eingebracht werden. „Die aus Rundkörnern bestehende Liapor-Schüttung ist praktisch selbstverdichtend und gewährleistet eine gleichmäßige, stabile Verteilung auch unter und zwischen den Installationen“, so Hans-Jürgen Taub. „Ihr geringes Gewicht erfüllt dabei alle statischen Anforderungen, gleichzeitig reguliert der Blähton auch den Feuchtehaushalt des Gebäudes und ist unempfindlich gegen mögliche Wasseraustritte.“

Liapor-Blähtonkörnungen eignen sich aufgrund ihrer einzigartigen physikalischen Eigenschaften hervorragend für die Sanierung von Zwischendecken, die Verfüllung von Hohlräumen und den Aufbau eines tragfähigen, stabilen Untergrundes. „Die luftporendurchsetzten, keramischen Tonkugeln vermindern aufgrund ihrer geringen Trockenschüttdichte von rund 350 kg/m³ gegenüber herkömmlichen Untergründen den Erddruck um den Faktor 2 bis 3“, erklärt Franz Fuchs von Liapor. „Die Schüttung ist dabei formstabil und selbstverdichtend. Sie staucht sich nachträglich nicht zusammen, zusätzliche Rüttler oder Verdichter sind für den Eintrag nicht erforderlich.“ Daneben reduziert Liapor Wärmeverluste und kann gleichzeitig Wärme speichern. Aufgrund seiner feuchteregulierenden Funktion kann der Liapor-Blähton außerdem bei Bedarf Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne dass es zu Setzungen oder Quellungen kommt.

Nach dem Eintrag der losen Liapor-Schüttung wurde darauf noch eine rund zehn Zentimeter mächtige, zementgebundene Liapor-Schüttung als Deckschicht aufgebracht. Auch hier erfolgte der Eintrag direkt vom Silo-Lkw über Schlauch  leitungen an den Einsatzort. Die beiden Bestandteile Liapor-Blähton und Zementmilch wurden dabei erst kurz vor der Einbaustelle miteinander vermischt. Durch die
Trennung der Ausgangsstoffe lässt sich der für eine gute Verarbeitbarkeit erforderliche Wassergehalt auf ein Minimum reduzieren. Dadurch verringert sich die an sich schon kurze Austrocknungszeit noch weiter. Auch bei der Sanierung des Küchenbereichs war die Schüttung bereits nach einem Tag begehbar. Mit der losen und der zementgebundenen Liapor-Schüttung konnte so schnell und flexibel ein
tragfähiger, stabiler Untergrund geschaffen werden. Er erfüllt alle Anforderungen an den späteren Großküchenbetrieb, gleichzeitig stellt er die ideale Sanierungslösung für die feuchten, wenig tragfähigen Gewölbedecken dar.